2022 hat der Rat der Stadt Essen beschlossen, zu prüfen, ob Essen zusammen mit Gelsenkirchen, Oberhausen und Mülheim an der Ruhr eine gemeinsame Anlage bauen soll. Diese Anlage würde Bioabfall, also den Inhalt der braunen Tonne, vergären, das heißt zu Biogas und Dünger umwandeln. Dafür hat die Stadt eine Studie in Auftrag gegeben, die am 16. März 2026 fertig wurde.
Die Studie vergleicht vier mögliche Anlagen und prüft, was sie kosten und ob sie der Umwelt nützen. Das Ergebnis: Eine eigene Anlage wäre heute teurer als der bisherige Weg, bei dem die Städte ihren Bioabfall zu fremden Anlagen schicken. Deshalb haben die vier Städte vereinbart, das Projekt vorerst nicht weiterzuverfolgen.
Der Rat soll die Studie jetzt nur zur Kenntnis nehmen. Er entscheidet also nichts Neues. In etwa fünf Jahren soll die Frage neu bewertet werden, weil sich die Marktlage bis dahin verändern könnte. Außerdem will die Stadt in der ersten Hälfte des Jahres 2027 ein eigenes Konzept vorstellen, wie mehr Bioabfall gesammelt werden kann.
Einfach erklärtBlättere durch das kleine Heft, Seite für SeiteVorlage 1274/2026 vom 21.08.2026, Vorlage mit 3 Seiten
Der Weg durch die Gremien, 3 Sitzungen
- 06.10.2026Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
- 07.10.2026Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss Kenntnisnahme
- 14.10.2026Rat der Stadt Essen Kenntnisnahme
Empfehlung heißt, der Ausschuss gibt dem Rat einen Rat. Kenntnisnahme heißt, der Ausschuss wird informiert. Entscheiden tut der Rat.
Darüber stimmt der Rat ab
- Der Rat nimmt den Endbericht zur Machbarkeitsstudie zum Bau und Betrieb einer Bioabfallvergärungsanlage zur Kenntnis.
- Der Rat nimmt die Stellungnahme der Entsorgungsbetriebe Essen GmbH vom 15. Mai 2026 zur Kenntnis.
Der Rat entscheidet hier nicht, ob eine solche Anlage gebaut wird oder nicht, er nimmt nur das Ergebnis der Studie zur Kenntnis.
Was das für dich bedeutet
Deine braune Tonne bleibt wie bisher
An der Biotonnen-Abfuhr ändert sich nichts. Dein Bioabfall wird weiterhin zu einer externen Anlage gebracht und dort vergärt.
Die Gebühren steigen durch diese Entscheidung nicht
Weil keine teure neue Anlage gebaut wird, entstehen keine neuen Kosten für die Stadt. Das hält die Müllgebühren stabil.
Mehr Bioabfall trennen bleibt wichtig
Die Studie zeigt, dass viel Bioabfall noch im Restmüll landet. Die Stadt will in der ersten Hälfte 2027 ein Konzept vorstellen, wie mehr Bioabfall getrennt gesammelt werden kann.
In etwa fünf Jahren kommt das Thema wieder
Die Stadtwerke der vier Städte wollen die Frage in etwa fünf Jahren neu prüfen. Bis dahin könnte es günstiger sein, eine eigene Anlage zu bauen.
Wo Essen heute steht und wo es hinwill
So viel Bioabfall haben die vier Städte Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Mülheim an der Ruhr im Jahr 2024 insgesamt gesammelt.
Seite 2, Abschnitt Bioabfallmenge und PotenzialeSo viel würde eine gemeinsame Bioabfallvergärungsanlage je nach Bauart kosten, jeweils ohne Mehrwertsteuer.
Seite 2, Abschnitt Wirtschaftlichkeit der BioabfallvergärungDas sind die niedrigsten Behandlungskosten pro Tonne Bioabfall, die bei der günstigsten Anlagenvariante mit 50.000 Mg Jahreskapazität errechnet wurden.
Seite 2, Abschnitt Wirtschaftlichkeit der BioabfallvergärungSo viel mehr Bioabfall müssten die vier Städte mindestens sammeln, damit eine Anlage mit 30.000 Mg Jahreskapazität überhaupt betrieben werden kann.
Seite 2, Abschnitt Bioabfallmenge und PotenzialeSo groß ist der Anteil der Haushalte, die in den vier Städten eine Biotonne haben, je nach Berechnungsgrundlage.
Seite 2, Abschnitt Bioabfallmenge und PotenzialeSo viel Bioabfall hat eine Person in den vier Städten im Jahr 2024 pro Jahr in die Biotonne geworfen, je nach Stadt sehr unterschiedlich.
Seite 2, Abschnitt Bioabfallmenge und PotenzialeSo sehen wir das als Volt Essen
Wir schauen sachlich hin und suchen gemeinsam mit allen Beteiligten nach dem besten Weg für Essen.
Was gut gelungen ist
- Wir finden es gut, dass die Stadt die Frage sorgfältig geprüft hat, bevor sie Geld ausgibt.
- Es ist richtig, dass das Thema in etwa fünf Jahren neu bewertet wird, weil sich der Markt verändern kann.
- Gut ist, dass die Stadt parallel ein Konzept erarbeitet, wie mehr Bioabfall getrennt gesammelt werden kann.
Worauf wir ein Auge haben sollten
- Die Vorlage benennt ökologische Vorteile einer eigenen Anlage, zum Beispiel kürzere Transportwege, Biogasgewinnung und weniger Bioabfall in der Müllverbrennung. Diese Vorteile werden aber nicht in Zahlen belegt. Wir wissen also nicht, wie viel CO2 eine eigene Anlage tatsächlich einsparen würde.
- Ohne konkrete Zahlen zur Treibhausgasersparnis ist es schwer zu beurteilen, ob die Entscheidung gegen die Anlage aus Klimaschutzsicht wirklich richtig ist.
Was vielleicht noch fehlt
- Eine konkrete Berechnung, wie viel CO2 eine eigene Anlage im Vergleich zum heutigen Weg einsparen würde.
- Eine klare Aussage dazu, wie teuer die bisherige externe Bioabfallbehandlung pro Tonne tatsächlich ist, damit ein ehrlicher Vergleich möglich ist.
Unsere Ideen zur Verbesserung
- Die Stadt sollte bei der nächsten Prüfung in etwa fünf Jahren die Klimaeffekte klar in Zahlen darstellen, damit der Rat eine fundierte Entscheidung treffen kann.
- Das geplante Konzept zur Steigerung der Bioabfallmenge sollte ambitionierte Ziele enthalten, damit mehr Bioabfall aus dem Restmüll herausgeholt wird.
Das kannst du heute schon tun
Biotonne nutzen, wenn du noch keine hast
In Essen kannst du eine Biotonne beantragen. Je mehr Bioabfall getrennt gesammelt wird, desto besser ist das für die Umwelt und desto eher lohnt sich eine eigene Anlage in Zukunft.
Fragen und Antworten
Was ist eine Bioabfallvergärungsanlage?
Das ist eine Anlage, die Bioabfall, also Küchenabfälle und Gartenabfälle, in einem geschlossenen Behälter zu Biogas und Dünger umwandelt. Das Biogas kann als Energie genutzt werden.
Warum wird die Anlage nicht gebaut?
Eine eigene Anlage würde heute mehr kosten als der bisherige Weg, bei dem Essen seinen Bioabfall zu einer fremden Anlage schickt. Die vier beteiligten Städte halten das Risiko gerade für zu hoch.
Was passiert jetzt mit meinem Bioabfall?
Nichts ändert sich. Dein Bioabfall wird weiterhin abgeholt und in einer externen Anlage vergärt. Daran ändert sich vorerst nichts.
Müssen die vier Städte die Studie bezahlen?
Dazu macht die Vorlage keine genauen Angaben. Die Studie wurde am 16. März 2026 abgeschlossen.
Kommt das Thema nochmal?
Ja. Die Empfehlung lautet, die Ergebnisse in etwa fünf Jahren neu zu diskutieren. Bis dahin könnte eine eigene Anlage günstiger werden.
Muss ich jetzt eine Biotonne nehmen?
Nein. Die Biotonne ist in Essen freiwillig. Du kannst eine beantragen, musst es aber nicht.
Warum gibt es so große Unterschiede beim Bioabfall pro Person?
In den vier Städten werfen Menschen sehr unterschiedlich viel Bioabfall in die Tonne, zwischen 8 und 51 kg pro Person und Jahr. Das liegt an verschiedenen Wohnsituationen und daran, wie stark die Biotonne schon genutzt wird.
Was hat der Rat 2022 beschlossen?
Der Rat hat 2022 beschlossen, zu prüfen, ob die vier Städte gemeinsam eine Bioabfallvergärungsanlage bauen können. Das Ergebnis dieser Prüfung liegt jetzt vor.
Entscheidet der Rat jetzt, ob die Anlage gebaut wird?
Nein. Der Rat nimmt die Studie nur zur Kenntnis. Er bestätigt damit, dass er das Ergebnis gesehen hat. Eine neue Entscheidung wird nicht getroffen.
Was kommt als nächstes?
In der ersten Jahreshälfte 2027 will die Stadt dem Rat ein Konzept vorstellen, wie mehr Bioabfall in Essen gesammelt werden kann. Außerdem kommt ein Abfallvermeidungskonzept.
Warum sammeln manche Städte viel mehr Bioabfall als andere?
Das hängt zum Beispiel davon ab, wie viele Haushalte eine Biotonne haben und wie dicht die Bebauung ist. In dicht bebauten Gebieten ist es schwerer, eine Biotonne aufzustellen.
Wäre eine eigene Anlage besser für das Klima?
Die Studie nennt mögliche Vorteile, zum Beispiel kürzere Transportwege und Biogasgewinnung. Sie gibt aber keine konkreten Zahlen dazu an, wie viel CO2 das tatsächlich einspart.
Du hast eine Frage oder eine Idee zu diesem Thema? Dann melde dich gern direkt bei mir.
Was meinst du dazu?
Deine Meinung, deine Erfahrung und deine Ideen sind uns wichtig. Wir lesen alles, antworten dir persönlich und sammeln die Rückmeldungen zu diesem Thema, um sie gebündelt an die Stadtverwaltung weiterzugeben. So kommt das, was dich bewegt, auch dort an, wo es gebraucht wird.
Dir fehlt ein Thema aus dem Rat, das wir einfach erklären sollen?
Im Rat, in den Ausschüssen und in den Bezirksvertretungen geht es jede Woche um viele Themen, und wir können nicht jedes davon so ausführlich erklären. Wenn du ein Thema besser verstehen möchtest, schreib uns. Wir schauen es uns an, erklären es in einfacher Sprache und sagen dir Bescheid, wenn der Beitrag fertig ist.
Es reicht, wenn du ungefähr weißt, worum es geht, zum Beispiel ein Wort aus der Zeitung, eine Baustelle in deinem Viertel oder etwas, das du im Rat gehört hast.
Quellen
- Vorlage 1274/2026, Machbarkeitsstudie zum Bau und Betrieb einer Bioabfallvergärungsanlage, 21. August 2026
Bioabfall-Anlage: Studie sagt vorerst nein
Vier Städte haben geprüft, ob sie gemeinsam eine Anlage für Bioabfall bauen sollen, und das Ergebnis ist: noch nicht.
Blättere mit den Knöpfen unten, mit den Pfeiltasten oder mit dem Finger zur Seite.

Worum geht es?
Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Mülheim haben zusammen überlegt, ob sie eine Bioabfall-Anlage bauen.
So eine Anlage wandelt den Inhalt der braunen Tonne in Biogas und Dünger um.
Der Rat hat 2022 beschlossen, das prüfen zu lassen.
Was hat die Studie untersucht?
Eine Studie wurde beauftragt und war am 16. März 2026 fertig.
Sie hat vier verschiedene Anlagen verglichen und geschaut, was sie kosten und ob sie der Umwelt helfen.
Das Ergebnis: Eine eigene Anlage wäre heute teurer als der bisherige Weg.
Was kostet eine solche Anlage?
34,6 bis 42,8 Mio. EuroSo viel würde eine gemeinsame Anlage kosten, je nach Bauart.
Das ist viel Geld für die vier Städte zusammen.
Deshalb haben sie entschieden, das Projekt vorerst nicht weiterzumachen.
Wie viel Bioabfall gibt es?
24.100 TonnenSo viel Bioabfall haben die vier Städte im Jahr 2024 zusammen gesammelt.
Für eine eigene Anlage bräuchten die vier Städte aber noch mehr Bioabfall.
Sie müssten mindestens 5.900 Tonnen mehr sammeln, damit sich eine Anlage lohnt.
Warum wird so wenig Bioabfall gesammelt?
Je nach Stadt haben zwischen 16 und 66 Prozent der Haushalte überhaupt eine Biotonne.
Und eine Person wirft im Jahr zwischen 8 und 51 kg in die Biotonne, je nach Stadt sehr unterschiedlich.
Viel Bioabfall landet also noch im normalen Restmüll.
Was entscheidet der Rat am 14. Oktober 2026?
Der Rat nimmt die Studie nur zur Kenntnis.
Das heißt: Er bestätigt, dass er das Ergebnis gesehen hat.
Er entscheidet nicht, ob die Anlage gebaut wird oder nicht.
Was ändert sich für dich?
An deiner braunen Tonne ändert sich nichts.
Dein Bioabfall wird weiterhin abgeholt und zu einer externen Anlage gebracht.
Die Müllgebühren steigen durch diese Entscheidung nicht.
Was kommt als nächstes?
In der ersten Hälfte des Jahres 2027 will die Stadt zeigen, wie mehr Bioabfall gesammelt werden kann.
In etwa fünf Jahren sollen die vier Städte die Frage neu prüfen.
Bis dahin könnte eine eigene Anlage günstiger werden.
Was wäre gut an einer eigenen Anlage?
- Kürzere Transportwege für den Bioabfall
- Biogas gewinnen und als Energie nutzen
- Weniger Bioabfall in der Müllverbrennung
Was fehlt noch in der Studie?
Die Studie nennt keine konkreten Zahlen dazu, wie viel CO2 eine eigene Anlage einsparen würde.
Ohne diese Zahlen ist schwer zu sagen, ob die Entscheidung für das Klima wirklich richtig ist.
Das sollte bei der nächsten Prüfung in fünf Jahren besser gemacht werden.
Was kannst du tun?
Wenn du noch keine braune Tonne hast, kannst du eine in Essen beantragen.
Je mehr Bioabfall getrennt gesammelt wird, desto eher lohnt sich eine eigene Anlage in Zukunft.
Wirf Küchenreste und Gartenabfälle in die Biotonne, nicht in den Restmüll.
Was meinst du dazu?
Findest du es richtig, dass die vier Städte vorerst keine eigene Bioabfall-Anlage bauen?
Schreib uns deine Meinung dazu.
Meinung schreiben