Bioabfall-Anlage für vier Städte: Studie sagt nein, vorerst

Was ist eine Bioabfallvergärungsanlage?

Das ist eine Anlage, die Bioabfall, also Küchenabfälle und Gartenabfälle, in einem geschlossenen Behälter zu Biogas und Dünger umwandelt. Das Biogas kann als Energie genutzt werden.

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Warum wird die Anlage nicht gebaut?

Eine eigene Anlage würde heute mehr kosten als der bisherige Weg, bei dem Essen seinen Bioabfall zu einer fremden Anlage schickt. Die vier beteiligten Städte halten das Risiko gerade für zu hoch.

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Was passiert jetzt mit meinem Bioabfall?

Nichts ändert sich. Dein Bioabfall wird weiterhin abgeholt und in einer externen Anlage vergärt. Daran ändert sich vorerst nichts.

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Müssen die vier Städte die Studie bezahlen?

Dazu macht die Vorlage keine genauen Angaben. Die Studie wurde am 16. März 2026 abgeschlossen.

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Kommt das Thema nochmal?

Ja. Die Empfehlung lautet, die Ergebnisse in etwa fünf Jahren neu zu diskutieren. Bis dahin könnte eine eigene Anlage günstiger werden.

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Muss ich jetzt eine Biotonne nehmen?

Nein. Die Biotonne ist in Essen freiwillig. Du kannst eine beantragen, musst es aber nicht.

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Warum gibt es so große Unterschiede beim Bioabfall pro Person?

In den vier Städten werfen Menschen sehr unterschiedlich viel Bioabfall in die Tonne, zwischen 8 und 51 kg pro Person und Jahr. Das liegt an verschiedenen Wohnsituationen und daran, wie stark die Biotonne schon genutzt wird.

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Was hat der Rat 2022 beschlossen?

Der Rat hat 2022 beschlossen, zu prüfen, ob die vier Städte gemeinsam eine Bioabfallvergärungsanlage bauen können. Das Ergebnis dieser Prüfung liegt jetzt vor.

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Entscheidet der Rat jetzt, ob die Anlage gebaut wird?

Nein. Der Rat nimmt die Studie nur zur Kenntnis. Er bestätigt damit, dass er das Ergebnis gesehen hat. Eine neue Entscheidung wird nicht getroffen.

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Was kommt als nächstes?

In der ersten Jahreshälfte 2027 will die Stadt dem Rat ein Konzept vorstellen, wie mehr Bioabfall in Essen gesammelt werden kann. Außerdem kommt ein Abfallvermeidungskonzept.

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Warum sammeln manche Städte viel mehr Bioabfall als andere?

Das hängt zum Beispiel davon ab, wie viele Haushalte eine Biotonne haben und wie dicht die Bebauung ist. In dicht bebauten Gebieten ist es schwerer, eine Biotonne aufzustellen.

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Wäre eine eigene Anlage besser für das Klima?

Die Studie nennt mögliche Vorteile, zum Beispiel kürzere Transportwege und Biogasgewinnung. Sie gibt aber keine konkreten Zahlen dazu an, wie viel CO2 das tatsächlich einspart.

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Weniger Müll in Essen: Was das neue Abfallvermeidungskonzept für dich bedeutet

Was ist ein Abfallvermeidungskonzept?

Ein Plan der Stadt, wie weniger Müll entsteht. Er beschreibt, wo heute viel Müll anfällt, welche Ziele Essen bis 2035 und 2050 erreichen will und mit welchen 33 Maßnahmen das gelingen soll.

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Was bedeutet Abfall vermeiden?

Müll gar nicht erst entstehen lassen, zum Beispiel durch Mehrweg statt Einweg, durch Reparieren statt Wegwerfen und durch Weitergeben von Dingen, die noch gut sind. Das ist noch besser als Recycling, denn was nicht entsteht, muss auch nicht entsorgt werden.

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Was heißt Kreislaufwirtschaft?

Dinge und Rohstoffe sollen möglichst lange genutzt werden. Was kaputt ist, wird repariert, was man nicht mehr braucht, bekommt jemand anderes, und was wirklich Müll ist, wird so getrennt, dass daraus wieder etwas Neues entstehen kann.

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Wird die Biotonne in Essen Pflicht?

Nein. Das Konzept sieht keine Pflicht für alle vor. Die Stadt will mehr Haushalte für die Biotonne gewinnen und probiert das zuerst in einzelnen Vierteln aus.

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Was passiert mit dem Müll aus der grauen Tonne?

Er wird im Müllheizkraftwerk in Karnap verbrannt. Dabei entstehen Strom und Wärme, aber auch viel Kohlendioxid. Wertvolle Dinge wie Essensreste, Papier oder Plastik gehen dabei verloren.

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Was passiert mit dem Bioabfall?

Die Abfälle aus der braunen Tonne kommen in eine Anlage, in der daraus Biogas entsteht. Was übrig bleibt, wird zu Kompost für Gärten und Felder.

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Kommt in Essen eine Verpackungssteuer?

Das ist noch nicht entschieden. Die Stadt prüft, ob eine kleine Steuer auf Wegwerfbecher und Wegwerfverpackungen wie in Tübingen möglich ist. Darüber entscheidet der Rat später in einer eigenen Abstimmung.

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Kommt eine Wertstofftonne für Plastik und Metall?

Die Stadt prüft eine Wertstofftonne, in die neben Verpackungen auch andere Dinge aus Plastik und Metall dürfen. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.

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Was ist eine sanfte Sperrmüllabfuhr?

Beim Abholen von Sperrmüll werden Möbel und Dinge, die noch gut sind, aussortiert und weitergegeben, statt sie zu verbrennen. In Hamburg wird das schon so gemacht.

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Was sind Zero-Waste-Schulen?

Schulen, die möglichst wenig Müll machen. An zwei bis fünf Schulen in Essen sollen Teams aus Schulleitung, Lehrkräften, Kindern und Eltern ausprobieren, wie das im Schulalltag klappt. Welche Schulen dabei sind, steht noch nicht fest.

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Was ist die Circular Cities Declaration?

Ein freiwilliges Versprechen von Städten in Europa, Müll zu vermeiden und Dinge länger zu nutzen. Die Unterschrift kostet nichts und bringt Essen Austausch mit über 50 Städten und Zugang zu Förderprogrammen.

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Was ist die Grüne Hauptstadt Agentur?

Ein Büro der Stadt Essen, das sich um Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit kümmert. Der Name kommt daher, dass Essen 2017 Grüne Hauptstadt Europas war. Die Agentur hat das Konzept geleitet und soll die Umsetzung zusammenhalten.

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Was kostet das Abfallvermeidungskonzept?

Für den Anfang gibt die Stadt im ersten Jahr rund 5.700 Euro für drei Schulen aus. Wie die übrigen Maßnahmen bezahlt werden, ist noch nicht beschlossen.

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Werden die Müllgebühren dadurch teurer?

Das Konzept selbst ändert die Müllgebühren nicht. Über Gebühren entscheidet der Rat getrennt.

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Wie viel Müll macht ein Mensch in Essen?

2024 waren es rund 366 Kilogramm pro Kopf, davon 205 Kilogramm in der grauen Tonne. Bis 2035 sollen es höchstens 320 Kilogramm insgesamt und 150 Kilogramm in der grauen Tonne sein.

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Wer hat das Konzept geschrieben?

Die Grüne Hauptstadt Agentur der Stadt Essen zusammen mit Fachleuten vom Wuppertal Institut, der Prognos AG und dem Institut INFA. Über 500 Menschen aus Essen haben in einer Umfrage, bei einer Auftaktveranstaltung und in Arbeitsgruppen mitgemacht.

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Wie geht es nach der Abstimmung weiter?

Wenn der Rat zustimmt, beginnt die Stadt mit dem Sofortprogramm. Die übrigen Maßnahmen plant die Verwaltung genauer und legt sie dem Rat nach und nach zur Abstimmung vor. Wir berichten hier, sobald es Neuigkeiten gibt.

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Was kann ich selbst tun?

Essensreste in die Biotonne werfen, Dinge reparieren oder verschenken statt wegwerfen, Mehrwegbecher nutzen, Leitungswasser trinken und wilden Müll über den Mängelmelder der Stadt melden.

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Dein Themenwunsch

Dir fehlt ein Thema aus dem Rat, das wir einfach erklären sollen?

Im Rat, in den Ausschüssen und in den Bezirksvertretungen geht es jede Woche um viele Themen, und wir können nicht jedes davon so ausführlich erklären. Wenn du ein Thema besser verstehen möchtest, schreib uns. Wir schauen es uns an, erklären es in einfacher Sprache und sagen dir Bescheid, wenn der Beitrag fertig ist.

Es reicht, wenn du ungefähr weißt, worum es geht, zum Beispiel ein Wort aus der Zeitung, eine Baustelle in deinem Viertel oder etwas, das du im Rat gehört hast.

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