Jeder Mensch in Essen verursacht im Jahr rund 366 Kilogramm Abfall, davon landen 205 Kilogramm in der grauen Tonne. Das ist weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch viel, und vieles davon wäre gar kein Müll, wenn es in der richtigen Tonne landen oder gar nicht erst gekauft würde.
Die Stadt Essen hat deshalb einen Plan geschrieben, wie in unserer Stadt weniger Müll entsteht. Er heißt Abfallvermeidungskonzept. Fachleute haben dabei geholfen, und über 500 Menschen aus Essen haben ihre Ideen eingebracht. Auf 186 Seiten stehen sechs große Themen, klare Ziele für 2035 und 2050 und 33 Maßnahmen, also 33 Dinge, die die Stadt tun will.
Am 14. Oktober 2026 entscheidet der Rat, ob die Stadt mit der Umsetzung beginnt.
Einfach erklärtBlättere durch das kleine Heft, Seite für SeiteVorlage 1294/2026/6 vom 15.09.2026, Vorlage mit 10 Seiten, Konzept mit 186 Seiten
Der Weg durch die Gremien, 12 Sitzungen
- 30.09.2026Ausschuss für Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung Empfehlung
- 01.10.2026Ausschuss für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Bauen Empfehlung
- 06.10.2026Ausschuss für Umwelt, Klima und Verbraucherschutz Empfehlung
- 07.10.2026Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss Empfehlung
- 08.10.2026Ausschuss für Verkehr und Mobilität Kenntnisnahme
- 13.10.2026Ausschuss für Schule und Bildung Empfehlung
- 14.10.2026Rat der Stadt Essen Entscheidung
- 03.11.2026Ausschuss für Digitalisierung, Personal, Organisation und Gleichstellung Kenntnisnahme
- 05.11.2026Ausschuss für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Bauen Empfehlung
- 11.11.2026Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss Empfehlung
- 12.11.2026Ausschuss für Verkehr und Mobilität Kenntnisnahme
- 17.11.2026Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit Kenntnisnahme
Empfehlung heißt, der Ausschuss gibt dem Rat einen Rat. Kenntnisnahme heißt, der Ausschuss wird informiert. Entscheiden tut der Rat.
Darüber stimmt der Rat ab
- Der Rat sagt: Wir kennen den Plan mit seinen Zielen und 33 Maßnahmen und nehmen ihn als Grundlage.
- Die Stadtverwaltung soll die Maßnahmen genauer planen, überlegen, welche am wichtigsten sind, und diese nach und nach dem Rat zur Abstimmung geben.
- Ein Sofortprogramm startet mit drei Schritten: Eine feste Stelle in der Stadtverwaltung kümmert sich ab jetzt nur darum, dass weniger Müll entsteht, und bringt alle Beteiligten zusammen. An zwei bis fünf Schulen zeigen Teams aus Kindern, Eltern und Lehrkräften, wie eine Schule mit möglichst wenig Müll auskommt (Zero Waste heißt null Müll). Und Essen unterschreibt ein gemeinsames Versprechen von Städten in ganz Europa, Dinge länger zu nutzen, zu reparieren und wiederzuverwerten (die Circular Cities Declaration).
Wie die 33 Maßnahmen bezahlt werden, entscheidet der Rat damit noch nicht. Für den Anfang gibt die Stadt im ersten Jahr rund 5.700 Euro für drei Schulen aus. Das Versprechen der Städte in Europa zu unterschreiben kostet nichts.
Was das für dich bedeutet
Mehr Essensreste in die Biotonne
Rund ein Drittel von dem, was in der grauen Tonne liegt, sind Küchen- und Essensreste. Die gehören in die Biotonne, die in Essen bisher freiwillig ist. Die Stadt will mehr Haushalte dafür gewinnen und probiert das zuerst in einzelnen Vierteln aus, ohne sofortige Pflicht für alle.
Sperrmüll bekommt ein zweites Leben
Bei einer sanften Sperrmüllabfuhr werden gut erhaltene Möbel beim Abholen aussortiert und weitergegeben, zum Beispiel an Menschen mit wenig Geld. Dazu prüft die Stadt ein Kaufhaus für gebrauchte Dinge, so wie es das in Berlin, München und Hamburg schon gibt.
Eine Tonne für Plastik und Metall
Die Stadt prüft eine Wertstofftonne. In die dürften neben Verpackungen auch andere Dinge aus Plastik und Metall, zum Beispiel eine kaputte Schüssel oder ein alter Topf. Dann musst du nicht mehr überlegen, ob etwas eine Verpackung ist oder nicht.
Weniger Einweg beim Essen zum Mitnehmen
Die Stadt prüft eine kleine Steuer auf Wegwerfbecher und Wegwerfverpackungen, wie es sie in Tübingen schon gibt. Wer Mehrweg nutzt, zahlt sie nicht. Dazu kommen ein Wochenmarkt ohne Plastiktüten als Versuch und mehr Werbung für Leitungswasser aus dem Hahn und aus den Trinkbrunnen.
Sauberere Straßen und Parks
Mehr Mülldetektivinnen und Mülldetektive sollen wilden Müll verhindern, Menschen beraten und Verstöße ahnden. Dazu kommen Aktionstage, an denen besonders darauf geachtet wird, wer Müll einfach auf die Straße wirft, ähnlich wie bei einem Blitzer-Marathon für Autos.
Kinder lernen es in der Schule
An zwei bis fünf Schulen gibt es zum Ausprobieren Teams aus Schulleitung, Lehrkräften, Kindern und Eltern, die gemeinsam Müll vermeiden und richtig trennen. Später sollen weitere Schulen und Kitas folgen, dazu Kochkurse gegen Lebensmittelverschwendung in Kitas, Schulen und im Offenen Ganztag.
Wo Essen heute steht und wo es hinwill
Abfall aus Haushalten und ähnlichem Müll aus Läden und Büros hat jeder Mensch in Essen 2024 verursacht.
Abfallvermeidungskonzept, Zusammenfassungdavon landen pro Kopf und Jahr in der grauen Tonne. 2021 waren es noch 215 Kilogramm.
Abfallvermeidungskonzept, Kapitel 2.1Küchen- und Essensreste stecken im Jahr in den grauen Tonnen, obwohl sie in die Biotonne gehören. Das sind 36 Prozent des Restmülls.
Abfallvermeidungskonzept, Kapitel 2.6.3des Mülls in Essen werden heute getrennt gesammelt, also über Biotonne, blaue und gelbe Tonne, Glas und Recyclinghöfe.
Abfallvermeidungskonzept, Kapitel 2.1Kohlendioxid entstehen jedes Jahr beim Sammeln und Verwerten des Essener Mülls.
Abfallvermeidungskonzept, ZusammenfassungIdeen haben Menschen, Betriebe und Initiativen aus Essen für das Konzept eingebracht, daraus wurden 33 Maßnahmen.
Abfallvermeidungskonzept, ZusammenfassungGraue Tonne pro Kopf und Jahr
Abfall insgesamt pro Kopf und Jahr
Anteil, der getrennt gesammelt wird
Die Maßnahmen, kurz erklärt
Tipp auf eine Maßnahme, dann klappt sie auf. Mit den Knöpfen siehst du nur das, was deinen Alltag betrifft.
Die Stadtverwaltung geht voran
VW-01Eine Stelle, die alles zusammenhältStartet sofort
Eine feste Stelle im Umweltbüro der Stadt (der Grünen Hauptstadt Agentur) bringt alle Beteiligten zusammen und prüft regelmäßig, ob die Maßnahmen wirken.
Betrifft: Stadtverwaltung
VW-02Abfallfreie Stadtverwaltung
Die Verwaltung trennt ihren eigenen Müll bisher nur in Papier und Restmüll. Künftig sollen auch Verpackungen und Bioabfall getrennt und weniger Papier gedruckt werden.
Betrifft: Stadtverwaltung
VW-03Einkaufen mit Blick auf Müll
Wenn die Stadt etwas kauft, zählt künftig auch, wie wenig Müll dabei entsteht.
Betrifft: Stadtverwaltung, Betriebe und Handel
VW-04Mehrweg in allen städtischen Firmen
Alle Gesellschaften der Stadt sollen konsequent Mehrweg statt Einweg nutzen.
Betrifft: Stadtverwaltung
VW-05Mehr Mülldetektivinnen und Mülldetektive
Gegen wilden Müll helfen mehr Kontrollen, höhere Bußgelder und gleichzeitig mehr Beratung vor Ort.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt
VW-06Platz für Reparieren und Tauschen in der Innenstadt
Leere Läden sollen Raum für Reparatur, Tausch und Leihen bieten und die Innenstadt beleben.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt
Dinge im Kreislauf halten
RES-01Mehr Biotonnen
Mehr Haushalte bekommen eine Biotonne, zuerst in einzelnen Vierteln zum Ausprobieren und ohne Pflicht für alle.
Betrifft: Zu Hause
RES-02Ein Kaufhaus für gebrauchte Dinge
Die Stadt prüft ein Gebrauchtwarenkaufhaus als Ergänzung zum Tausch- und Verschenkmarkt der Entsorgungsbetriebe.
Betrifft: Zu Hause
RES-03Sanfte Sperrmüllabfuhr
Gut erhaltene Möbel werden beim Abholen aussortiert und weitergegeben, statt verbrannt zu werden.
Betrifft: Zu Hause
RES-04Wertstofftonne
Eine Tonne für Verpackungen und andere Dinge aus Plastik und Metall wird geprüft.
Betrifft: Zu Hause
RES-05Ein Viertel als Vorbild
In einem Viertel zum Ausprobieren soll Teilen, Reparieren und Wiederverwenden im Alltag besonders einfach werden.
Betrifft: Zu Hause
RES-06Feste ohne Müllberge
Für Veranstaltungen auf städtischen Flächen soll ein verbindlicher Standard gegen Einweggeschirr und Müll gelten.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt, Betriebe und Handel
RES-07Besser trennen in großen Wohnanlagen
Bessere Tonnenplätze, passende Behältergrößen und Beratung für Vermieterinnen und Vermieter sollen das Trennen leichter machen.
Betrifft: Zu Hause
RES-08Treffen für Firmen
An einem Runden Tisch tauschen Essener Firmen Erfahrungen aus, wie sie Abfall vermeiden.
Betrifft: Betriebe und Handel
RES-09Firmen helfen sich gegenseitig
In neuen Gewerbegebieten wie Emil-Emscher sollen Reste aus einer Firma zum Material für die Firma nebenan werden.
Betrifft: Betriebe und Handel
RES-10Schulen mit wenig MüllStartet sofort
An zwei bis fünf Schulen zum Ausprobieren sorgen Teams aus Schule, Kindern und Eltern für weniger Müll und besseres Trennen. Man nennt das Zero-Waste-Schulen, also Schulen mit null Müll.
Betrifft: Kinder und Schule
RES-11Initiativen stärken
Repair-Cafés und andere Initiativen sollen Geld, Räume und Unterstützung von der Stadt bekommen.
Betrifft: Zu Hause
Weniger Verpackung
VP-01Verpackungssteuer prüfen
Eine kleine Steuer auf Wegwerfbecher und Wegwerfverpackungen soll Mehrweg günstiger machen. Die Stadt prüft, ob und wie das in Essen geht.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt, Betriebe und Handel
VP-02Wochenmarkt ohne Plastiktüten
Auf einem Wochenmarkt gibt es zum Ausprobieren keine Wegwerftüten mehr, du bringst deine eigenen Taschen und Dosen mit.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt
VP-03Leitungswasser statt Plastikflaschen
Mehr Werbung und Kooperationen für Wasser aus dem Hahn und aus den Trinkbrunnen der Stadt.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt, Zu Hause
Weniger Essen wegwerfen
LM-01Essen retten bei Veranstaltungen
Was bei Festen übrig bleibt, sollen Foodsharing und die Essener Tafel einsammeln können.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt, Betriebe und Handel
LM-02Kochkurse für Kinder
In Kitas, Schulen und im Offenen Ganztag lernen Kinder, aus Resten zu kochen und Lebensmittel richtig zu lagern.
Betrifft: Kinder und Schule
LM-03Von anderen Städten lernen
Essen tauscht sich mit Städten aus, die Lebensmittelabfälle schon erfolgreich verringert haben.
Betrifft: Stadtverwaltung, Betriebe und Handel
Bauen ohne Schuttberge
BAU-01Erhalten vor Abreißen
Anreize für Bauherren, Häuser zu erhalten, Bauteile wiederzuverwenden und so zu bauen, dass später wenig Abfall entsteht.
Betrifft: Bauen
BAU-02Trennen auf der Baustelle
Die Pflicht, Bauabfälle nach Sorten zu trennen, soll auf allen Baustellen besser kontrolliert werden.
Betrifft: Bauen
BAU-03Alte Baustoffe neu nutzen
Wenn die Stadt baut, soll ein fester Teil der Baustoffe aus wiederverwerteten Materialien bestehen.
Betrifft: Bauen, Stadtverwaltung
BAU-04Neue Nutzung statt Abriss
Für leere Gebäude sollen früh neue Ideen gesucht werden, damit sie nicht abgerissen werden.
Betrifft: Bauen
BAU-05Renovieren nicht schlechter stellen
Im Haushalt der Stadt ist es oft leichter, neu zu bauen, als ein altes Haus zu renovieren. Die Stadt sucht Wege, das im Rahmen der Regeln des Landes zu ändern.
Betrifft: Bauen, Stadtverwaltung
BAU-06Bauschutt zählen
Wie viel Müll beim Bauen und in Firmen entsteht, weiß heute niemand genau. Das soll gezählt werden.
Betrifft: Bauen, Betriebe und Handel
Aufklären und mitmachen
TAS-01Aktionstage gegen weggeworfenen Müll
An einzelnen Tagen achten Ordnungsamt und Umweltamt besonders darauf, wer Müll einfach wegwirft, und erklären, warum das schadet.
Betrifft: Unterwegs in der Stadt
TAS-02Preis für gute Ideen
Ein jährlicher Preis zeichnet Projekte aus, die in Essen Abfall vermeiden.
Betrifft: Betriebe und Handel, Zu Hause
TAS-03Erntefest gegen Verschwendung
Das Fest „Essen erntet“ bekommt einen Schwerpunkt gegen Lebensmittelverschwendung.
Betrifft: Zu Hause
TAS-04Kampagnen für alle
Tipps und lokale Angebote über Social Media, Radio, Plakate und QR-Codes im Stadtgebiet.
Betrifft: Zu Hause
So sehen wir das als Volt Essen
Wir schauen sachlich hin und suchen gemeinsam mit allen Beteiligten nach dem besten Weg für Essen.
Was gut gelungen ist
- Das Konzept ist mit über 500 Beteiligungen und über 400 Ideen aus der Stadtgesellschaft entstanden und setzt klare, messbare Ziele für 2035 und 2050.
- Die Stadt fängt bei sich selbst an, mit der eigenen Verwaltung und den städtischen Gesellschaften als Vorbild.
- Der Start ist klug gewählt: Über die Schulen erreicht man Kinder und ihre Familien, und das Versprechen der Städte in Europa kostet nichts, bringt aber Austausch mit anderen Städten und Zugang zu Fördergeld.
Worauf wir ein Auge haben sollten
- Wie die 33 Maßnahmen bezahlt werden, ist noch offen. Ein gutes Konzept wirkt erst, wenn es auch Geld und Personal bekommt.
- Für die neue Stelle, die alles zusammenhält, wird kein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen, sondern ein bestehender bekommt eine neue Aufgabe. Ob das für so eine große Aufgabe reicht, sollten wir aufmerksam begleiten.
- Viele Maßnahmen werden erst geprüft, etwa Wertstofftonne, Gebrauchtwarenkaufhaus und Verpackungssteuer. Hilfreich wäre ein Zeitplan, wann der Rat jeweils darüber entscheidet.
Was vielleicht noch fehlt
- Niemand hat bisher genau nachgeschaut, was in Essen wirklich in den grauen Tonnen liegt. Die Zahlen sind aus einer Studie für ganz Deutschland hochgerechnet. Eine eigene Untersuchung mit den Entsorgungsbetrieben ist im Gespräch.
- Die größte Hürde sind große Mehrfamilienhäuser, in denen sich viele Haushalte eine Tonne teilen. Hier könnte die städtische Wohnungsgesellschaft Allbau als Partnerin vorangehen.
- Viele Menschen in Essen sprechen Deutsch nicht als erste Sprache. Informationen zum Trennen sollten deshalb mehrsprachig und mit Bildern kommen.
Unsere Ideen zur Verbesserung
- Einmal im Jahr ein kurzer Fortschrittsbericht in einfacher Sprache, damit alle sehen, was schon geschafft ist.
- Eine Verschenkstation an jedem Recyclinghof, eine Idee, die im Beteiligungsprozess schon genannt wurde.
- Die Schulen mit wenig Müll nach der Probezeit zügig auf Kitas und den Offenen Ganztag ausweiten und mit den Kochkursen gegen Lebensmittelverschwendung verbinden.
- Eine Karte mit allen Repair-Cafés, Tauschbörsen und Unverpackt-Läden in Essen, damit gute Angebote leichter zu finden sind.
Das kannst du heute schon tun
Biotonne bestellen
Die Biotonne bekommst du bei den Entsorgungsbetrieben Essen. Frag einfach bei der Kundenberatung nach.
Telefon 0201 854-2222
Zu den EntsorgungsbetriebenVerschenken statt wegwerfen
Im Tausch- und Verschenkmarkt der Entsorgungsbetriebe findest du neue Besitzer für Dinge, die du nicht mehr brauchst.
Zum VerschenkmarktSperrmüll richtig anmelden
Sperrmüll holen die Entsorgungsbetriebe nach Anmeldung ab. Was noch gut ist, kannst du vorher verschenken.
Zum SperrmüllserviceWilden Müll melden
Illegal abgeladenen Müll meldest du am schnellsten über den Mängelmelder der Stadt.
Zum MängelmelderUnser Programm zum Thema
„Überall in meinem Viertel liegt Müll herum“: Was wir wollen, wer entscheidet und wo du Hilfe bekommst.
Zum ProgrammStolperfalle melden
Wurzeln, schmale Stellen, Autos auf dem Gehweg: Zeig uns, wo es nicht weitergeht, und erfahre, wer zuständig ist.
Jetzt mitmachenGrau zu Grün
Du kennst eine hässliche graue Ecke? Mach ein Foto, plane mit uns, was dort wachsen kann, und wen man fragen muss.
Jetzt mitmachenFragen und Antworten
Was ist ein Abfallvermeidungskonzept?
Ein Plan der Stadt, wie weniger Müll entsteht. Er beschreibt, wo heute viel Müll anfällt, welche Ziele Essen bis 2035 und 2050 erreichen will und mit welchen 33 Maßnahmen das gelingen soll.
Was bedeutet Abfall vermeiden?
Müll gar nicht erst entstehen lassen, zum Beispiel durch Mehrweg statt Einweg, durch Reparieren statt Wegwerfen und durch Weitergeben von Dingen, die noch gut sind. Das ist noch besser als Recycling, denn was nicht entsteht, muss auch nicht entsorgt werden.
Was heißt Kreislaufwirtschaft?
Dinge und Rohstoffe sollen möglichst lange genutzt werden. Was kaputt ist, wird repariert, was man nicht mehr braucht, bekommt jemand anderes, und was wirklich Müll ist, wird so getrennt, dass daraus wieder etwas Neues entstehen kann.
Wird die Biotonne in Essen Pflicht?
Nein. Das Konzept sieht keine Pflicht für alle vor. Die Stadt will mehr Haushalte für die Biotonne gewinnen und probiert das zuerst in einzelnen Vierteln aus.
Was passiert mit dem Müll aus der grauen Tonne?
Er wird im Müllheizkraftwerk in Karnap verbrannt. Dabei entstehen Strom und Wärme, aber auch viel Kohlendioxid. Wertvolle Dinge wie Essensreste, Papier oder Plastik gehen dabei verloren.
Was passiert mit dem Bioabfall?
Die Abfälle aus der braunen Tonne kommen in eine Anlage, in der daraus Biogas entsteht. Was übrig bleibt, wird zu Kompost für Gärten und Felder.
Kommt in Essen eine Verpackungssteuer?
Das ist noch nicht entschieden. Die Stadt prüft, ob eine kleine Steuer auf Wegwerfbecher und Wegwerfverpackungen wie in Tübingen möglich ist. Darüber entscheidet der Rat später in einer eigenen Abstimmung.
Kommt eine Wertstofftonne für Plastik und Metall?
Die Stadt prüft eine Wertstofftonne, in die neben Verpackungen auch andere Dinge aus Plastik und Metall dürfen. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.
Was ist eine sanfte Sperrmüllabfuhr?
Beim Abholen von Sperrmüll werden Möbel und Dinge, die noch gut sind, aussortiert und weitergegeben, statt sie zu verbrennen. In Hamburg wird das schon so gemacht.
Was sind Zero-Waste-Schulen?
Schulen, die möglichst wenig Müll machen. An zwei bis fünf Schulen in Essen sollen Teams aus Schulleitung, Lehrkräften, Kindern und Eltern ausprobieren, wie das im Schulalltag klappt. Welche Schulen dabei sind, steht noch nicht fest.
Was ist die Circular Cities Declaration?
Ein freiwilliges Versprechen von Städten in Europa, Müll zu vermeiden und Dinge länger zu nutzen. Die Unterschrift kostet nichts und bringt Essen Austausch mit über 50 Städten und Zugang zu Förderprogrammen.
Was ist die Grüne Hauptstadt Agentur?
Ein Büro der Stadt Essen, das sich um Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit kümmert. Der Name kommt daher, dass Essen 2017 Grüne Hauptstadt Europas war. Die Agentur hat das Konzept geleitet und soll die Umsetzung zusammenhalten.
Was kostet das Abfallvermeidungskonzept?
Für den Anfang gibt die Stadt im ersten Jahr rund 5.700 Euro für drei Schulen aus. Wie die übrigen Maßnahmen bezahlt werden, ist noch nicht beschlossen.
Werden die Müllgebühren dadurch teurer?
Das Konzept selbst ändert die Müllgebühren nicht. Über Gebühren entscheidet der Rat getrennt.
Wie viel Müll macht ein Mensch in Essen?
2024 waren es rund 366 Kilogramm pro Kopf, davon 205 Kilogramm in der grauen Tonne. Bis 2035 sollen es höchstens 320 Kilogramm insgesamt und 150 Kilogramm in der grauen Tonne sein.
Wer hat das Konzept geschrieben?
Die Grüne Hauptstadt Agentur der Stadt Essen zusammen mit Fachleuten vom Wuppertal Institut, der Prognos AG und dem Institut INFA. Über 500 Menschen aus Essen haben in einer Umfrage, bei einer Auftaktveranstaltung und in Arbeitsgruppen mitgemacht.
Wie geht es nach der Abstimmung weiter?
Wenn der Rat zustimmt, beginnt die Stadt mit dem Sofortprogramm. Die übrigen Maßnahmen plant die Verwaltung genauer und legt sie dem Rat nach und nach zur Abstimmung vor. Wir berichten hier, sobald es Neuigkeiten gibt.
Was kann ich selbst tun?
Essensreste in die Biotonne werfen, Dinge reparieren oder verschenken statt wegwerfen, Mehrwegbecher nutzen, Leitungswasser trinken und wilden Müll über den Mängelmelder der Stadt melden.
Du hast eine Frage oder eine Idee zu diesem Thema? Dann melde dich gern direkt bei mir.
Was meinst du dazu?
Deine Meinung, deine Erfahrung und deine Ideen sind uns wichtig. Wir lesen alles, antworten dir persönlich und sammeln die Rückmeldungen zu diesem Thema, um sie gebündelt an die Stadtverwaltung weiterzugeben. So kommt das, was dich bewegt, auch dort an, wo es gebraucht wird.
Dir fehlt ein Thema aus dem Rat, das wir einfach erklären sollen?
Im Rat, in den Ausschüssen und in den Bezirksvertretungen geht es jede Woche um viele Themen, und wir können nicht jedes davon so ausführlich erklären. Wenn du ein Thema besser verstehen möchtest, schreib uns. Wir schauen es uns an, erklären es in einfacher Sprache und sagen dir Bescheid, wenn der Beitrag fertig ist.
Es reicht, wenn du ungefähr weißt, worum es geht, zum Beispiel ein Wort aus der Zeitung, eine Baustelle in deinem Viertel oder etwas, das du im Rat gehört hast.
Quellen
- Vorlage 1294/2026/6 der Stadt Essen vom 15.09.2026
- Abfallvermeidungskonzept der Stadt Essen, Endbericht, Stand Juni 2026
- Entsorgungsbetriebe Essen
Weniger Müll in Essen
Der Plan der Stadt gegen Müll, einfach erklärt, Seite für Seite.
Blättere mit den Knöpfen unten, mit den Pfeiltasten oder mit dem Finger zur Seite.

Worum geht es?
Die Stadt Essen hat einen Plan geschrieben, wie in unserer Stadt weniger Müll entstehen soll.
Am 14. Oktober 2026 entscheidet der Rat der Stadt, ob die Stadt mit diesem Plan anfängt.
Auf den nächsten Seiten erklären wir dir das Wichtigste.
So viel Müll macht ein Mensch in Essen
366 kgim Jahr
Das ist so schwer wie fünf Erwachsene zusammen.
205 Kilogramm davon landen in der grauen Tonne.
Was in der grauen Tonne steckt
Mehr als ein Drittel davon sind Essensreste und Küchenabfälle.
Die gehören in die braune Biotonne. Daraus wird Biogas und Kompost.
In der grauen Tonne werden sie nur verbrannt.
Das will die Stadt schaffen
150 kgin der grauen Tonne pro Mensch und Jahr bis 2035
Heute sind es noch 205 Kilogramm.
Bis 2050 sollen es nur noch 123 Kilogramm sein.
So ist der Plan entstanden
Über 500 Menschen aus Essen haben mitgemacht, im Internet, bei Treffen und in Arbeitsgruppen.
Sie hatten über 400 Ideen.
Daraus wurden 33 Maßnahmen, also 33 Dinge, die die Stadt tun will.
Das passiert sofort
- Eine Stelle in der Stadtverwaltung kümmert sich nur darum, dass weniger Müll entsteht.
- An zwei bis fünf Schulen zeigen Teams, wie eine Schule fast ohne Müll auskommt.
- Essen gibt ein Versprechen ab, so wie über 50 andere Städte in Europa: Dinge länger nutzen, reparieren und wiederverwerten.
Die Biotonne
Die Biotonne bleibt freiwillig.
Die Stadt will aber mehr Menschen dafür gewinnen und probiert das zuerst in einzelnen Vierteln aus.
Alte Möbel bekommen ein zweites Leben
Beim Abholen von Sperrmüll sollen gute Möbel aussortiert und weitergegeben werden.
Die Stadt prüft auch ein Kaufhaus für gebrauchte Dinge.
Weniger Wegwerfbecher
Die Stadt prüft eine kleine Steuer auf Wegwerfbecher und Wegwerfverpackungen. Wer Mehrweg nutzt, zahlt sie nicht.
Dazu kommen ein Wochenmarkt ohne Plastiktüten und mehr Trinkbrunnen für Leitungswasser.
Saubere Straßen
Mehr Mülldetektive achten darauf, dass niemand Müll einfach abstellt oder wegwirft.
Sie erklären auch, wie man richtig trennt.
Was noch offen ist
Wer die meisten Maßnahmen bezahlt, ist noch nicht entschieden.
Über fast alle muss der Rat später noch einmal abstimmen.
Fest steht nur das Geld für den Anfang: rund 5.700 Euro für drei Schulen.
Was wir davon halten
Wir finden gut, dass so viele Menschen mitgemacht haben und dass die Stadt bei sich selbst anfängt.
Wir achten darauf, dass der Plan auch Geld und Personal bekommt, damit er nicht in der Schublade landet.
Und wir schlagen vor, dass die Stadt jedes Jahr einfach erklärt, was schon geschafft ist.
Das kannst du heute schon tun
- Essensreste in die Biotonne werfen.
- Dinge reparieren oder verschenken statt wegwerfen.
- Einen Mehrwegbecher mitnehmen und Leitungswasser trinken.
- Wilden Müll über den Mängelmelder der Stadt melden.
Was meinst du dazu?
Schreib uns deine Meinung oder deine Idee. Wir lesen alles und geben die Ideen gesammelt an die Stadt weiter.
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