Ein großer Teil des Problems liegt in unserer To-go-Kultur. Immer mehr Verpackungen landen nach einmaligem Gebrauch auf den Straßen, in Parks oder an Flussufern. Die Stadt versucht zwar mit Mülldetektiven, Bußgeldern und dem Mängelmelder gegenzusteuern, doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Sie behandeln die Symptome, nicht die Ursache.

Eine Verpackungssteuer könnte hier den entscheidenden Unterschied machen. Wie in Tübingen, wo eine solche Abgabe bereits erfolgreich eingeführt wurde, könnte auch Essen von dieser Maßnahme profitieren. Eine Steuer auf Einwegverpackungen würde nicht nur Einnahmen generieren, die in Sauberkeitsmaßnahmen fließen, sondern auch Anreize schaffen, um auf Mehrweg oder unverpackte Alternativen umzusteigen.

Wie würde das in der Praxis aussehen? Gastronomen und Händler, die Einwegverpackungen nutzen, würden eine kleine Abgabe pro Verpackung zahlen. Das würde die Nutzung von Mehrwegbechern oder -schalen attraktiver machen, für die Unternehmen wie für die Kundschaft. Gleichzeitig könnten die Einnahmen genutzt werden, um kostenlose Müllabgaben für Sperrmüll oder Sonderabfälle wie Reifen und Elektroschrott anzubieten. So würde illegale Müllentsorgung unattraktiver, während nachhaltiges Handeln belohnt wird.

Dass solche Maßnahmen wirken, zeigen Beispiele aus anderen Städten. In Irland sank der Verbrauch von Plastiktüten nach Einführung einer Steuer um 94%. In Berlin werden durch ein Pfandsystem für To-go-Becher 50% der Becher zurückgegeben. Und in Freiburg führte die Mehrweg-Pflicht für Events zu 80% weniger Einwegmüll. Diese Erfolge beweisen: Wenn Müll teurer wird, wird er seltener weggeworfen.

Natürlich gibt es auch Kritik. Manche befürchten, dass eine Verpackungssteuer kleine Läden stärker belastet als große Ketten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wer auf Mehrweg umsteigt, spart sogar Geld. Und wer weiterhin Einweg nutzt, finanziert damit die Sauberkeit der Stadt, nicht die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

Es geht nicht darum, ob wir uns eine Verpackungssteuer leisten können. Es geht darum, ob wir es uns leisten können, weiter so zu machen wie bisher. Der SauberZauber hat uns gezeigt, dass wir ohne ehrenamtliches Engagement nicht sauber bleiben. Eine Verpackungssteuer wäre ein wichtiger Schritt, um dauerhaft weniger Müll zu haben und eine saubere Stadt, die nicht von der Hilfsbereitschaft ihrer Bürgerinnen und Bürger abhängig ist.

In ihrem Blogbeitrag "SauberZauber 2026: Warum wir alle Teil des Problems – und der Lösung sind" gehe Mandy Hindenburg (Ratsfrau) noch genauer darauf ein, wie wir alle im Alltag dazu beitragen können, Essen sauberer zu machen.

Was denkt ihr? Sollte Essen eine Verpackungssteuer einführen, um Müll zu reduzieren und die Sauberkeit zu verbessern? Lasst uns darüber diskutieren und gemeinsam Ideen entwickeln, wie wir unsere Stadt noch lebenswerter machen können.

Weiterführende Links:

Geschrieben vonMandy Hindenburg

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